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nihi
unregistriert
Frage zum bGE Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

eine Frage zum Grundeinkommen habe ich mal.
Dieses soll ja nahezu vollständig aus Verbrauchssteuern finanziert werden, also aus einer drastisch erhöhten Mehrwertsteuer.
Einer der Effekte soll die Unmöglichkeit von Schwarzarbeit sein, denn wo Brutto=Netto, kann auch keine Steuer hinterzogen werden. Soweit logisch. Aber:
Was ist mit der Mehrwertsteuer auf menschliche Arbeit? Eine Handwerkerrechung, die über 50% MwSt. enthält, ist ein sehr starker Anreiz, auf die Alternative Schwarzarbeit zurückzugreifen. Oder soll auf Arbeit keine MwSt erhoben werden?

Freundlicher Gruß,
nihi
20.08.2006 17:23
Matthias_Dilthey Matthias_Dilthey ist männlich
Administrator


Dabei seit: 20.07.2006
Beiträge: 186

RE: Frage zum bGE Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo nihi,

eigentlich wollten wir menschliche Arbeit völlig steuerfrei stellen.
Dies ist jedoch nicht oder nur sehr schwer umsetzbar, denn wie möchte man verhindern, daß das Material billiger angesetzt wird und die Arbeit um den gleichen Betrag teuerer.

Zitat:
Original von nihi
Aber:
Was ist mit der Mehrwertsteuer auf menschliche Arbeit? Eine Handwerkerrechung, die über 50% MwSt. enthält, ist ein sehr starker Anreiz, auf die Alternative Schwarzarbeit zurückzugreifen. Oder soll auf Arbeit keine MwSt erhoben werden?

Freundlicher Gruß,
nihi


Um der von Dir zu Recht ausgesprochenen Befürchtung entgegen zuwirken, sieht das Steuermodell der PsgD die Kombination von zwei Umsatzsteuern vor: Allphasen-brutto und Allphasen-netto. Netto ist die jetzige MwSt.
Diese Unterschiede hier zu erklären, würde im Thread Grundeinkommenstag zu weit führen; googeln oder ausführlich z.B. hier:
http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/...umsatzsteuer%22

Durch diese Kombination der Steuern sinkt der zu hinterziehende Steuersatz auf ca. 10%, bei gleichzeitigem Verlust des Vorsteuer-Abzuges.

Liebe Grüße

Matthias Dilthey
21.08.2006 00:17 Matthias_Dilthey ist offline E-Mail an Matthias_Dilthey senden Homepage von Matthias_Dilthey Beiträge von Matthias_Dilthey suchen Nehmen Sie Matthias_Dilthey in Ihre Freundesliste auf
nihi
unregistriert
RE: Frage zum bGE Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo!


Danke, Matthias, für Deine Antwort. Ich denke, das Problem mit dem Vorsteuerabzug habe ich einigermaßen durchschaut.

*** Durch diese Kombination der Steuern sinkt der zu hinterziehende Steuersatz auf ca. 10%, bei gleichzeitigem Verlust des Vorsteuer-Abzuges. ***

Diese Aussage allerdings kann ich rechnerisch nicht nachvollziehen. Wie ergibt sich das?

Kannst Du mir noch den genauen MwSt.-Satz nennen? Wenn ich nichts überlesen habe, wird der zwar mit deulich über 50% -evtl. 45+16=61% ?- angegeben, aber nichts Genaues genannt.


Freundlicher Gruß,
nihi
26.08.2006 23:57
Matthias_Dilthey Matthias_Dilthey ist männlich
Administrator


Dabei seit: 20.07.2006
Beiträge: 186

RE: Frage zum bGE Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Nihi,

es ist etwas problematisch, ein völlig neues Steuersystem auf das alte, überkommene umzurechnen. Die Erhebungsgrundlagen sind zu unterschiedlich. Wir wissen, daß das Sozialumsatzsteuer-System der PsgD zu einer Preissteigerung der jetzigen Netto-Preise von ca. 14% führen wird; das was heute 100,-- Euro zuzüglich 16% MwSt kostet, wird nach PsgD-Modell ca. 114,-- Euro zuzüglich MwSt kosten. Dafür bekommt jeder Bürger 900,-- Euro (Kinder 500,--) Bürgergeld / BGE ausbezahlt.

Jedoch fließen von den heute 16% (2007: 19%) MwSt Teile in Sozialtransfers, deren Höhe wir nicht kennen.
Nach unserem Modell entfallen diese Umschichtungen, so daß die heutigen 16% MwSt gesenkt, zumindest beibehalten, werden kann.

Zitat:
Original von nihi

*** Durch diese Kombination der Steuern sinkt der zu hinterziehende Steuersatz auf ca. 10%, bei gleichzeitigem Verlust des Vorsteuer-Abzuges. ***

Diese Aussage allerdings kann ich rechnerisch nicht nachvollziehen. Wie ergibt sich das?

In den heutigen Rechnungen der Handwerker sind ja die Löhne und ca. 45% Lohnnebenkosten enthalten. Hinzu kommen noch 16% MwSt. D.h. 100,-- Euro Lohnrechnung an den Endverbraucher enthalten ca. 40,-- Euro Abgaben, die hinterzogen werden können. Der Endverbraucher zahlt nur 60,-- Euro.
Nach dem PsgD-Modell sinken die Netto-Löhne um ca. 10%. Also kostet der Lohn von heute 60 Euro auf dann 54,-- Euro. Ca. 10% Sozialumsatzsteuer und ca. 12% MwSt macht zusammen ca. 12,50 Euro an Abgaben, die hinterzogen werden können.

Bezogen auf die Arbeit, die heute 100,-- Euro kostet, sind 12,50 Euro "Daumen mal Pi" ca. 10%.

Sollte die Schwarzarbeit von einem Subunternehmer ausgeführt werden, so kann dem Hauptunternehmer ja keine Rechnung gestellt werden.
Der Hauptunternehmer müßte dann an den Subunternehmer 54,-- Euro schwarz bezahlen. Mit Rechnung, also offiziell, würde der Rechnungsbetrag auf 54,-- Euro + 10% Sozialumsatzsteuer, macht 59,40 Euro + 12% MwSt lauten.
Die 12% MwSt holt sich der Hauptunternehmer aber im Weg des Vorsteuerabzuges vom Finanzamt zurück, so daß der mögliche Steuerhinterziehungsbetrag exakt die 10 % Sozialumsatzsteuer ausmacht.


Zitat:

Kannst Du mir noch den genauen MwSt.-Satz nennen? Wenn ich nichts überlesen habe, wird der zwar mit deulich über 50% -evtl. 45+16=61% ?- angegeben, aber nichts Genaues genannt.


Freundlicher Gruß,
nihi


Wie eingangs schon erwähnt, lassen sich das heutige und das PsgD-Modell nicht direkt vergleichen. Wir können sachlich fundierte Aussagen bezüglich der Einkommensstruktur, der Kaufkraft und der Steuern treffen, die für/durch das PsgD-Modell notwendig bzw. eintreten werden. Ein Vergleich mit Einzelpunkten des heutigen Systems ist nicht zulässig bzw. gibt ein falsches Bild wieder.

Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen beantworten.
Wenn noch weitere Fragen: Fragen!

Liebe Grüße

Matthias Dilthey
27.08.2006 03:40 Matthias_Dilthey ist offline E-Mail an Matthias_Dilthey senden Homepage von Matthias_Dilthey Beiträge von Matthias_Dilthey suchen Nehmen Sie Matthias_Dilthey in Ihre Freundesliste auf
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