Strafgesetze und Vollzug

Strafgesetze und Vollzug

Beitragvon MatthiasDilthey » 11. Januar 2012, 22:20

In unserem Strafrecht liegt einiges im Argen. So werden aus nicht nachvollziehbaren Gründen Straftaten gegen Leib und Leben im Vergleich zu Eigentumsdelikten viel zu gering geahndet; echte Unfälle mit Körperverletzung im Vergleich zu vorsätzlicher Körperverletzung werden zu hart bestraft und bei Eigentumsdelikten wird viel zu wenig auf die „Beutehöhe“ abgestellt.

Im übrigen wird bei der Strafzumessung viel zu wenig Rücksicht auf die Vermögenslage des Täters genommen. Bestraft man einen Sozialhilfeempfänger mit € 1.000,--, so trifft es diesen wesentlich härter, als es einen halbwegs Gutverdienenden bei einer Strafe von € 10.000,-- trifft. Denn der Hilfeempfänger hat nichts, von dem er was zurücklegen oder abzwacken könnte, der Angestellte kauft sich halt sein neues Auto zwei Jahre später oder opfert einen Teil seines Sparbuchs.

Besonders anzuprangern ist die gängige Praxis, prominente Straftäter gar nicht (Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl) oder relativ milde mit Strafbefehl abzuurteilen, am einfachen Bürger aber regelmäßig Exempel zu statuieren.

Gerade bei vermögenden oder besser verdienenden Straftätern wäre zusätzlich zu einer Geldstrafe das Mittel „Dauerarrest“ für ein oder mehrere Urlaubsperioden ein angemessenes Mittel. Das würde den Täter treffen, ohne ihm wirklich zu schaden.

Im übrigen sollte der Strafvollzug nicht nur als Sühne oder Strafanspruch des Staates gesehen werden, sondern vielmehr als Möglichkeit aufgefasst werden, die sozialen Mankos der Straftäter durch intensive Schulung und Betreuung auszugleichen.

Schon heute ist erwiesen, daß sich diese erhöhten Kosten volkswirtschaftlich lohnen, denn die Rückfallquote würde wesentlich sinken.
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie)
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